Berufsallergie-Check Landwirtschaft & Stall
Der Berufsallergie-Check Landwirtschaft & Stall untersucht spezifische IgE-Antikörper gegen 19 ausgewählte Allergene aus landwirtschaftlichen Arbeitsumgebungen, Stallhaltung und Tierkontakt.
Die Untersuchung richtet sich insbesondere an Personen, die beim Umgang mit Nutztieren, Heu, Stroh, Futtermitteln oder landwirtschaftlichen Stäuben Beschwerden entwickeln und bei denen eine IgE-vermittelte allergische Sensibilisierung als mögliche Ursache infrage kommt.
Dazu können beispielsweise Niesen, eine laufende oder verstopfte Nase, juckende Augen, Husten oder andere Atemwegsbeschwerden während beziehungsweise nach der Arbeit gehören.
Das Panel berücksichtigt sowohl typische Staub- und Milbenallergene als auch Allergene verschiedener Nutztiere und ausgewählter Schimmelpilze.
Zusätzlich bestimmen wir standardmäßig das Gesamt-IgE, um das allergologische Gesamtbild besser einordnen zu können.
Für wen kann die Untersuchung sinnvoll sein?
Die Untersuchung kann insbesondere sinnvoll sein bei:
- Landwirten und Beschäftigten in landwirtschaftlichen Betrieben
- Stallpersonal und Mitarbeitenden in Reitställen oder Tierhaltungsbetrieben
- Personen mit regelmäßigem Kontakt zu Rindern, Pferden, Schweinen, Schafen, Ziegen oder Geflügel
- Beschwerden beim Umgang mit Heu, Stroh, Futtermitteln oder Ernte- und Lagerstäuben
- wiederkehrenden Nasen-, Augen- oder Atemwegsbeschwerden während der Stall- oder Feldarbeit
- Beschwerden, die während bestimmter Tätigkeiten zunehmen und sich an arbeitsfreien Tagen oder im Urlaub bessern
Die Untersuchung kann ergänzende Hinweise für eine ärztliche beziehungsweise arbeitsmedizinische Abklärung liefern.
Was wird untersucht?
Bestimmt werden spezifische IgE-Antikörper gegen folgende 19 Allergene:
Heu-, Stroh- und Getreidestäube
- Heustaub
- Strohstaub
- Dreschstaub
Vorratsmilben
- Acarus siro
- Lepidoglyphus destructor
- Tyrophagus putrescentiae
Nutztiere und Allergenkomponenten
- Rinderschuppen
- Rinder-Serumalbumin (Bos d 6)
- Pferdeschuppen
- Pferde-Allergenkomponente Equ c 1
- Schweine-Epithelien
- Schaf-Epithelien
- Ziegen-Epithelien
Geflügelallergene
- Hühnerfedern
- Hühnerkot
Schimmelpilze
- Alternaria alternata
- Aspergillus fumigatus
- Cladosporium herbarum
- Penicillium chrysogenum
Zusätzlich wird das Gesamt-IgE im Serum bestimmt.
Warum werden unterschiedliche Arbeitsstoffe untersucht?
In landwirtschaftlichen Betrieben und bei der Stallarbeit können Beschäftigte gleichzeitig mit zahlreichen biologischen Stoffen in Kontakt kommen.
Neben Nutztierallergenen können beispielsweise Vorratsmilben, Heu- und Strohstäube, Getreidestäube sowie Schimmelpilzallergene eine Rolle bei IgE-vermittelten Sensibilisierungen spielen.
Die Kombination verschiedener Allergengruppen ermöglicht daher eine breitere Betrachtung typischer Sensibilisierungen aus dem landwirtschaftlichen Arbeitsumfeld als die Untersuchung eines einzelnen Tier- oder Stauballergens.
Zusätzlich werden ausgewählte molekulare Allergenkomponenten von Rind und Pferd untersucht. Diese können die Einordnung bestimmter tierbezogener Sensibilisierungsmuster ergänzen.
Das Panel erfasst jedoch nicht sämtliche möglichen Allergene, Reizstoffe oder gesundheitlichen Belastungen in landwirtschaftlichen Betrieben.
Was bedeutet das Gesamt-IgE?
Das Gesamt-IgE gibt an, wie viel Immunglobulin E insgesamt im Blut vorhanden ist. Es ergänzt die spezifischen IgE-Bestimmungen und hilft dabei, das allergologische Gesamtbild besser einzuordnen.
Ein erhöhter Gesamt-IgE-Wert kann auf eine generell verstärkte IgE-Aktivität hinweisen, sagt für sich allein aber noch nicht, gegen welches Allergen eine Sensibilisierung besteht. Umgekehrt schließt ein normaler Gesamt-IgE-Wert eine spezifische Allergiesensibilisierung nicht aus.
Der Wert wird deshalb zusätzlich bestimmt, um die einzelnen spezifischen IgE-Ergebnisse besser in einen übergeordneten Zusammenhang einordnen zu können. Entscheidend für die Frage, gegen welche Allergene eine Sensibilisierung besteht, bleiben die jeweiligen spezifischen IgE-Werte.
Probenentnahme
Für diese Untersuchung benötigen wir eine venöse Blutprobe.
Sie können zwischen zwei Möglichkeiten wählen.
Blutentnahme bei uns im ITMC-Labor
Sie wählen während der Bestellung einen Termin für die Blutentnahme in Cölbe. Unsere Blutentnahme-Sprechstunde findet mittwochs und freitags zwischen 14:00 und 16:00 Uhr statt. Für die Terminplanung gilt ein Vorlauf von mindestens einer Woche.
Blutentnahme in Ihrer Hausarztpraxis
Alternativ senden wir Ihnen ein Probenentnahme-Kit mit den für die Untersuchung vorgesehenen Materialien und Unterlagen zu. Die venöse Blutentnahme wird anschließend durch Ihre Hausarztpraxis durchgeführt.
Bitte klären Sie vor der Bestellung mit Ihrer Hausarztpraxis, ob dort eine Blutentnahme mit dem von uns bereitgestellten Material durchgeführt werden kann.
So funktioniert die Untersuchung
Nach Ihrer Bestellung wählen Sie entweder einen Blutentnahmetermin bei uns oder den Versand des Probenentnahme-Kits.
Bei einer Blutentnahme in Ihrer Hausarztpraxis nehmen Sie das zugesandte Kit zu Ihrem vereinbarten Termin mit. Anschließend wird die Probe entsprechend den beiliegenden Hinweisen an uns zurückgesendet.
Nach Eingang einer geeigneten und eindeutig zuordenbaren Probe bestimmen wir die spezifischen IgE-Antikörper gegen die enthaltenen Allergene sowie das Gesamt-IgE.
Bearbeitungszeit
Die Untersuchung erfolgt innerhalb einer Woche nach Probeneingang im Labor, sofern die Probe für die Analyse geeignet und eindeutig zuordenbar ist.
Was bedeutet ein auffälliger Befund?
Ein positiver spezifischer IgE-Wert zeigt zunächst eine Sensibilisierung gegen das betreffende Allergen.
Wenn ein auffälliger Befund mit Beschwerden bei entsprechenden Tätigkeiten oder Tierkontakten zusammenfällt, kann dies einen wichtigen Hinweis für die weitere Abklärung liefern.
Ein erhöhter spezifischer IgE-Wert beweist jedoch nicht automatisch, dass das betreffende Allergen tatsächlich Ihre Beschwerden verursacht oder dass eine anerkannte Berufskrankheit vorliegt.
Für die Beurteilung sind insbesondere Ihre konkreten Tätigkeiten, die tatsächlichen Stoffkontakte, der zeitliche Beschwerdeverlauf und gegebenenfalls weitere ärztliche beziehungsweise arbeitsmedizinische Untersuchungen wichtig.
Was bedeutet ein unauffälliger Befund?
Ein unauffälliges Ergebnis bedeutet, dass gegen die untersuchten Allergene keine entsprechende spezifische IgE-Sensibilisierung festgestellt wurde.
Dadurch werden jedoch nicht sämtliche möglichen Ursachen arbeitsplatzbezogener Beschwerden ausgeschlossen.
Landwirtschaftliche Stäube, Schimmelbelastungen und andere Arbeitsstoffe können beispielsweise auch unspezifische Reizwirkungen auslösen oder Erkrankungen verursachen, die nicht auf einer IgE-vermittelten Allergie beruhen.
Auch nicht untersuchte Allergene können eine Rolle spielen.
Bei anhaltenden Beschwerden ist deshalb auch bei unauffälligen Laborwerten eine ärztliche beziehungsweise arbeitsmedizinische Abklärung sinnvoll.
Kann der Test eine Farmerlunge feststellen?
Nein. Diese Untersuchung ist kein Test auf Farmerlunge beziehungsweise exogen-allergische Alveolitis (EAA).
Die sogenannte Farmerlunge gehört zu den Formen der Überempfindlichkeitsreaktionen der Lunge, die beispielsweise im Zusammenhang mit eingeatmeten organischen Stäuben und bestimmten biologischen Stoffen auftreten können.
Die Erkrankung unterscheidet sich immunologisch und diagnostisch von einer klassischen IgE-vermittelten Soforttyp-Allergie.
Ein spezifischer IgE-Test wie dieser kann daher weder eine Farmerlunge bestätigen noch ausschließen.
Wenn bei Ihnen nach landwirtschaftlicher Staubexposition Beschwerden wie Atemnot, Husten, Fieber, ausgeprägte Erschöpfung oder eine verminderte körperliche Belastbarkeit auftreten, ist eine zeitnahe ärztliche beziehungsweise pneumologische oder arbeitsmedizinische Abklärung wichtig.
Kann der Test eine Berufskrankheit nachweisen?
Die Untersuchung kann Hinweise auf IgE-vermittelte Sensibilisierungen gegen ausgewählte Allergene aus dem landwirtschaftlichen Arbeitsumfeld liefern.
Sie kann jedoch weder eine berufsbedingte Erkrankung noch eine anerkannte Berufskrankheit allein bestätigen oder ausschließen.
Dafür sind gegebenenfalls weitere medizinische Untersuchungen und eine arbeitsmedizinische Bewertung des Zusammenhangs zwischen Beschwerden und beruflicher Exposition erforderlich.
Ihr Befund
Nach Abschluss der Untersuchung erhalten Sie Ihren Laborbefund als passwortgeschützte PDF-Datei per E-Mail.
Ihren persönlichen Befundcode erhalten Sie getrennt vom Befund. Bei einem zugesandten Probenentnahme-Kit befindet er sich auf dem persönlichen Anschreiben im Kit. Bei einer Blutentnahme bei uns erhalten Sie den Befundcode als Ausdruck vor Ort.
Wichtiger medizinischer Hinweis
Ein spezifischer IgE-Test weist Sensibilisierungen nach, stellt aber allein keine gesicherte klinische Allergiediagnose fest.
Bei wiederkehrenden Atemwegsbeschwerden während der Arbeit, insbesondere bei Husten, pfeifender Atmung, Atemnot, Fieber oder deutlicher Leistungsminderung, ist eine ärztliche beziehungsweise arbeitsmedizinische Abklärung wichtig.
Diese Untersuchung ersetzt weder eine pneumologische Diagnostik noch eine gezielte Abklärung der Farmerlunge oder anderer berufsbedingter Atemwegs- und Lungenerkrankungen.
Bei akuter schwerer Atemnot oder anderen schweren Beschwerden ist unverzüglich medizinische Hilfe erforderlich.
FAQ
Welche Allergene werden beim Berufsallergie-Check Landwirtschaft & Stall untersucht?
Das Panel umfasst 19 ausgewählte Allergene aus Heu-, Stroh- und Getreidestäuben, Vorratsmilben, Nutztieren, Geflügel und Schimmelpilzen. Zusätzlich bestimmen wir das Gesamt-IgE.
Für welche beruflichen Tätigkeiten eignet sich die Untersuchung?
Die Untersuchung richtet sich insbesondere an Personen, die regelmäßig in der Landwirtschaft, in Ställen, in der Nutztierhaltung oder bei der Verarbeitung und Lagerung landwirtschaftlicher Materialien arbeiten und dabei allergieverdächtige Beschwerden entwickeln.
Kann der Test feststellen, ob meine Beschwerden von bestimmten Nutztieren kommen?
Der Test kann spezifische IgE-Sensibilisierungen gegen ausgewählte Nutztierallergene nachweisen. Ob ein bestimmtes Tier tatsächlich für Ihre Beschwerden verantwortlich ist, muss zusammen mit Ihren Symptomen und den tatsächlichen Tierkontakten beurteilt werden.
Kann der Test eine Farmerlunge feststellen?
Nein. Eine Farmerlunge beziehungsweise exogen-allergische Alveolitis lässt sich mit diesem spezifischen IgE-Test weder bestätigen noch ausschließen. Bei entsprechendem Verdacht ist eine ärztliche beziehungsweise pneumologische oder arbeitsmedizinische Untersuchung erforderlich.
Bedeutet ein positiver Wert automatisch, dass meine Beschwerden durch meine Arbeit entstehen?
Nein. Ein positiver spezifischer IgE-Wert zeigt zunächst eine Sensibilisierung. Ob diese tatsächlich für Ihre Beschwerden verantwortlich ist, muss zusammen mit Ihrer beruflichen Exposition und Ihrem Beschwerdeverlauf beurteilt werden.
Was bedeutet das Gesamt-IgE?
Das Gesamt-IgE zeigt, wie viel Immunglobulin E insgesamt im Blut vorhanden ist. Der Wert ergänzt die spezifischen IgE-Bestimmungen und hilft dabei, das allergologische Gesamtbild besser einzuordnen. Ein erhöhter Gesamt-IgE-Wert kann auf eine verstärkte IgE-Aktivität hinweisen, sagt aber nicht, gegen welches Allergen eine Sensibilisierung besteht.
Wie erfolgt die Blutentnahme?
Sie können entweder einen Blutentnahmetermin bei uns in Cölbe wählen oder sich ein Probenentnahme-Kit zusenden lassen und die Blutentnahme in Ihrer Hausarztpraxis durchführen lassen. Wenn Sie die Hausarztpraxis wählen möchten, klären Sie bitte vor der Bestellung, ob die Praxis dafür zur Verfügung steht.
Kann ich die Blutprobe selbst zu Hause entnehmen?
Nein. Für diese Untersuchung wird venöses Blut benötigt. Die Blutentnahme erfolgt entweder bei uns im Labor oder durch Ihre Hausarztpraxis.
Wie lange dauert die Untersuchung?
Die Untersuchung erfolgt innerhalb einer Woche nach Probeneingang im Labor, sofern die Probe für die Analyse geeignet und eindeutig zuordenbar ist.
Was ist, wenn ich mit anderen Tieren oder besonderen landwirtschaftlichen Stoffen arbeite?
Wenn Ihre Tätigkeit den Kontakt mit weiteren Tierarten, speziellen Futtermitteln, Pflanzenteilen oder anderen Arbeitsstoffen umfasst, die nicht in diesem Panel enthalten sind, können Sie uns eine Spezialanfrage senden. Wir prüfen, ob eine passende ergänzende oder gezielte Untersuchung möglich ist.





