Berufsallergie-Check Textil & Fasern
Der Berufsallergie-Check Textil & Fasern untersucht spezifische IgE-Antikörper gegen 9 ausgewählte Allergene aus pflanzlichen, tierischen und synthetischen Textilmaterialien.
Die Untersuchung richtet sich insbesondere an Menschen, die regelmäßig mit Stoffen, Fasern, Garnen, Polstermaterialien oder Textilstäuben arbeiten und dabei allergieverdächtige Beschwerden entwickeln.
Dazu können beispielsweise Niesen, eine laufende oder verstopfte Nase, juckende oder tränende Augen, Husten, Hautreaktionen oder andere Beschwerden während beziehungsweise nach dem Umgang mit bestimmten Materialien gehören.
Das Panel berücksichtigt unterschiedliche textile Rohstoffe und Fasermaterialien. Zusätzlich bestimmen wir standardmäßig das Gesamt-IgE, um das allergologische Gesamtbild besser einordnen zu können.
Für wen kann die Untersuchung sinnvoll sein?
Die Untersuchung kann insbesondere sinnvoll sein bei:
- Beschäftigten in der Textilproduktion und Textilverarbeitung
- Schneidern, Nähern und Mitarbeitenden in der Bekleidungsherstellung
- Beschäftigten in Polstereien, der Möbelherstellung und der Matratzenproduktion
- Personen, die in der Restaurierung mit historischen Stoffen, Polstern oder Textilien arbeiten
- Mitarbeitenden in Wäschereien und textilnahen Produktionsbereichen
- regelmäßigem beruflichem Kontakt mit Baumwolle, Wolle, Seide oder anderen Fasermaterialien
- wiederkehrenden Nasen-, Augen- oder Atemwegsbeschwerden beim Umgang mit Textilien oder Faserstäuben
- Verdacht auf eine IgE-vermittelte Sensibilisierung gegen bestimmte textile Materialien
Die Untersuchung kann ergänzende Hinweise für eine ärztliche beziehungsweise arbeitsmedizinische Abklärung liefern.
Was wird untersucht?
Bestimmt werden spezifische IgE-Antikörper gegen folgende 9 Allergene:
Pflanzliche Fasern und Materialien
- Baumwolle
- Baumwollsamen
- Flachs
- Jute
- Kapok
Tierische Fasern und Seidenmaterialien
- Schafwolle, unbearbeitet
- Angora
- Seide
Weitere Textilmaterialien
- Nylon
Zusätzlich wird das Gesamt-IgE im Serum bestimmt.
Warum werden unterschiedliche Textil- und Fasermaterialien untersucht?
Bei der Herstellung und Verarbeitung von Textilien kommen zahlreiche unterschiedliche Rohstoffe und Materialien zum Einsatz.
Dazu gehören pflanzliche Fasern wie Baumwolle, Flachs oder Jute, tierische Materialien wie Schafwolle und Seide sowie verschiedene industriell hergestellte Fasern.
Bei entsprechenden Tätigkeiten können Beschäftigte mit Faserstäuben, Rohmaterialien und weiteren Bestandteilen dieser Stoffe in Kontakt kommen.
Die Untersuchung ausgewählter Materialien kann Hinweise darauf liefern, ob spezifische IgE-Antikörper gegen die enthaltenen Untersuchungsallergene nachweisbar sind.
Das Panel bietet damit eine gezielte labordiagnostische Ergänzung bei Verdacht auf eine IgE-vermittelte Sensibilisierung im textilen Arbeitsumfeld.
Es erfasst jedoch nicht sämtliche möglichen Auslöser von Beschwerden bei der Textilverarbeitung.
Was ist der Unterschied zwischen einer IgE-vermittelten Allergie und einer Kontaktallergie?
Nicht jede Haut- oder Atemwegsreaktion beim Umgang mit Textilien wird durch eine IgE-vermittelte Allergie verursacht.
Bei einer IgE-vermittelten Soforttyp-Allergie reagiert das Immunsystem auf bestimmte allergene Bestandteile. Entsprechende Sensibilisierungen können mithilfe spezifischer IgE-Bestimmungen im Blut untersucht werden.
Daneben gibt es Kontaktallergien vom Spättyp, die beispielsweise durch bestimmte Textilfarbstoffe oder Ausrüstungschemikalien ausgelöst werden können. Sie äußern sich häufig als verzögert auftretende Hautentzündungen und werden mit anderen diagnostischen Verfahren, insbesondere dem Epikutantest, abgeklärt.
Auch mechanische Reizungen durch Fasern und Stäube oder chemisch bedingte Reizwirkungen können Beschwerden verursachen, ohne dass eine IgE-vermittelte Allergie besteht.
Der Berufsallergie-Check Textil & Fasern untersucht ausschließlich die spezifischen IgE-Sensibilisierungen gegen die enthaltenen Allergene. Kontaktallergien und reizende Stoffwirkungen werden damit nicht festgestellt.
Was bedeutet das Gesamt-IgE?
Das Gesamt-IgE gibt an, wie viel Immunglobulin E insgesamt im Blut vorhanden ist. Es ergänzt die spezifischen IgE-Bestimmungen und hilft dabei, das allergologische Gesamtbild besser einzuordnen.
Ein erhöhter Gesamt-IgE-Wert kann auf eine generell verstärkte IgE-Aktivität hinweisen, sagt für sich allein aber noch nicht, gegen welches Allergen eine Sensibilisierung besteht. Umgekehrt schließt ein normaler Gesamt-IgE-Wert eine spezifische Allergiesensibilisierung nicht aus.
Der Wert wird deshalb zusätzlich bestimmt, um die einzelnen spezifischen IgE-Ergebnisse besser in einen übergeordneten Zusammenhang einordnen zu können. Entscheidend für die Frage, gegen welche Allergene eine Sensibilisierung besteht, bleiben die jeweiligen spezifischen IgE-Werte.
Probenentnahme
Für diese Untersuchung benötigen wir eine venöse Blutprobe.
Sie können zwischen zwei Möglichkeiten wählen.
Blutentnahme bei uns im ITMC-Labor
Sie wählen während der Bestellung einen Termin für die Blutentnahme in Cölbe. Unsere Blutentnahme-Sprechstunde findet mittwochs und freitags zwischen 14:00 und 16:00 Uhr statt. Für die Terminplanung gilt ein Vorlauf von mindestens einer Woche.
Blutentnahme in Ihrer Hausarztpraxis
Alternativ senden wir Ihnen ein Probenentnahme-Kit mit den für die Untersuchung vorgesehenen Materialien und Unterlagen zu. Die venöse Blutentnahme wird anschließend durch Ihre Hausarztpraxis durchgeführt.
Bitte klären Sie vor der Bestellung mit Ihrer Hausarztpraxis, ob dort eine Blutentnahme mit dem von uns bereitgestellten Material durchgeführt werden kann.
So funktioniert die Untersuchung
Nach Ihrer Bestellung wählen Sie entweder einen Blutentnahmetermin bei uns oder den Versand des Probenentnahme-Kits.
Bei einer Blutentnahme in Ihrer Hausarztpraxis nehmen Sie das zugesandte Kit zu Ihrem vereinbarten Termin mit. Anschließend wird die Probe entsprechend den beiliegenden Hinweisen an uns zurückgesendet.
Nach Eingang einer geeigneten und eindeutig zuordenbaren Probe bestimmen wir die spezifischen IgE-Antikörper gegen die enthaltenen Textil- und Faserallergene sowie das Gesamt-IgE.
Bearbeitungszeit
Die Untersuchung erfolgt innerhalb einer Woche nach Probeneingang im Labor, sofern die Probe für die Analyse geeignet und eindeutig zuordenbar ist.
Was bedeutet ein auffälliger Befund?
Ein positiver spezifischer IgE-Wert zeigt zunächst eine Sensibilisierung gegen das betreffende Untersuchungsallergen.
Wenn ein auffälliger Befund mit Beschwerden beim Umgang mit einem entsprechenden Material zusammenfällt, kann dies einen Hinweis für die weitere allergologische Abklärung liefern.
Ein positiver Laborwert bedeutet jedoch nicht automatisch, dass das betreffende Material tatsächlich die Beschwerden verursacht.
Entscheidend sind insbesondere die Art der Beschwerden, der zeitliche Zusammenhang zum Materialkontakt, die tatsächlich verwendeten Stoffe und die medizinische Vorgeschichte.
Die Ergebnisse sollten deshalb zusammen mit gegebenenfalls weiteren ärztlichen beziehungsweise arbeitsmedizinischen Untersuchungen beurteilt werden.
Was bedeutet ein unauffälliger Befund?
Ein unauffälliges Ergebnis bedeutet, dass gegen die untersuchten Allergene keine entsprechende spezifische IgE-Sensibilisierung festgestellt wurde.
Dadurch werden jedoch nicht sämtliche möglichen Ursachen Ihrer Beschwerden ausgeschlossen.
Textilfarbstoffe, Ausrüstungschemikalien, Waschmittel, Desinfektionsmittel oder mechanische Reizwirkungen von Faserstäuben können ebenfalls Beschwerden verursachen.
Auch Kontaktallergien vom Spättyp oder Sensibilisierungen gegen andere, nicht untersuchte Stoffe können eine Rolle spielen.
Bei anhaltenden Beschwerden ist daher auch bei unauffälligen spezifischen IgE-Werten eine ärztliche beziehungsweise arbeitsmedizinische Abklärung sinnvoll.
Kann der Test eine berufsbedingte Textilallergie oder Berufskrankheit nachweisen?
Die Untersuchung kann Hinweise auf spezifische IgE-Sensibilisierungen gegen ausgewählte textile Materialien liefern.
Sie kann jedoch weder eine berufsbedingte Erkrankung noch eine anerkannte Berufskrankheit allein bestätigen oder ausschließen.
Für die medizinische Bewertung können weitere Untersuchungen erforderlich sein. Dazu gehören je nach Beschwerden beispielsweise eine allergologische Hautdiagnostik, eine Lungenfunktionsprüfung oder eine arbeitsmedizinische Beurteilung der Stoffkontakte.
Ihr Befund
Nach Abschluss der Untersuchung erhalten Sie Ihren Laborbefund als passwortgeschützte PDF-Datei per E-Mail.
Ihren persönlichen Befundcode erhalten Sie getrennt vom Befund. Bei einem zugesandten Probenentnahme-Kit befindet er sich auf dem persönlichen Anschreiben im Kit. Bei einer Blutentnahme bei uns erhalten Sie den Befundcode als Ausdruck vor Ort.
Wichtiger medizinischer Hinweis
Ein spezifischer IgE-Test weist Sensibilisierungen nach, stellt aber allein keine gesicherte klinische Allergiediagnose fest.
Bei wiederkehrenden Haut- oder Atemwegsbeschwerden im Zusammenhang mit Textilien und Faserstäuben ist eine ärztliche beziehungsweise arbeitsmedizinische Abklärung wichtig.
Diese Untersuchung ersetzt insbesondere keine dermatologische Abklärung möglicher Kontaktallergien gegen Textilfarbstoffe oder Ausrüstungschemikalien.
Bei akuter schwerer Atemnot oder anderen schweren allergischen Reaktionen ist unverzüglich medizinische Hilfe erforderlich.
FAQ
Welche Materialien werden beim Berufsallergie-Check Textil & Fasern untersucht?
Das Panel umfasst 9 Untersuchungsallergene aus pflanzlichen, tierischen und weiteren textilen Materialien. Dazu gehören Baumwolle, Baumwollsamen, Flachs, Jute, Kapok, Schafwolle, Angora, Seide und Nylon. Zusätzlich bestimmen wir das Gesamt-IgE.
Für welche beruflichen Tätigkeiten eignet sich die Untersuchung?
Die Untersuchung richtet sich insbesondere an Beschäftigte in der Textilproduktion, Schneiderei, Polsterei, Möbelherstellung, Restaurierung und anderen Bereichen mit regelmäßigem Kontakt zu Fasern, Garnen, Stoffen oder Textilstäuben.
Kann der Test feststellen, ob ich auf bestimmte Textilien allergisch reagiere?
Der Test kann spezifische IgE-Sensibilisierungen gegen die enthaltenen Allergene nachweisen. Ob ein bestimmtes Material tatsächlich Ihre Beschwerden verursacht, muss zusammen mit Ihren Symptomen und den tatsächlichen Stoffkontakten beurteilt werden.
Kann ich damit eine Kontaktallergie gegen Kleidung feststellen?
Nein. Kontaktallergien vom Spättyp, beispielsweise gegen Textilfarbstoffe oder Ausrüstungschemikalien werden üblicherweise mit einem Epikutantest untersucht.
Werden auch Textilfarbstoffe und chemische Ausrüstungsmittel untersucht?
Nein. Das Panel untersucht ausschließlich die aufgeführten Allergene. Kontaktallergien oder reizende Wirkungen von Farbstoffen, Imprägnierungen und anderen Textilchemikalien werden damit nicht erfasst.
Bedeutet ein positiver Wert, dass ich ein bestimmtes Material nicht mehr verarbeiten darf?
Nicht automatisch. Ein positiver Wert zeigt zunächst eine Sensibilisierung. Ob Veränderungen am Arbeitsplatz oder besondere Schutzmaßnahmen erforderlich sind, muss unter Berücksichtigung Ihrer Beschwerden und Arbeitsbedingungen ärztlich beziehungsweise arbeitsmedizinisch beurteilt werden.
Was bedeutet das Gesamt-IgE?
Das Gesamt-IgE zeigt, wie viel Immunglobulin E insgesamt im Blut vorhanden ist. Der Wert ergänzt die spezifischen IgE-Bestimmungen und hilft dabei, das allergologische Gesamtbild besser einzuordnen. Ein erhöhter Gesamt-IgE-Wert kann auf eine verstärkte IgE-Aktivität hinweisen, sagt aber nicht, gegen welches Allergen eine Sensibilisierung besteht.
Wie erfolgt die Blutentnahme?
Sie können entweder einen Blutentnahmetermin bei uns in Cölbe wählen oder sich ein Probenentnahme-Kit zusenden lassen und die Blutentnahme in Ihrer Hausarztpraxis durchführen lassen. Wenn Sie die Hausarztpraxis wählen möchten, klären Sie bitte vor der Bestellung, ob die Praxis dafür zur Verfügung steht.
Kann ich die Blutprobe selbst zu Hause entnehmen?
Nein. Für diese Untersuchung wird venöses Blut benötigt. Die Blutentnahme erfolgt entweder bei uns im Labor oder durch Ihre Hausarztpraxis.
Wie lange dauert die Untersuchung?
Die Untersuchung erfolgt innerhalb einer Woche nach Probeneingang im Labor, sofern die Probe für die Analyse geeignet und eindeutig zuordenbar ist.
Was ist, wenn ich mit anderen Fasern oder speziellen Textilchemikalien arbeite?
Wenn Sie regelmäßig mit Materialien oder Arbeitsstoffen in Kontakt kommen, die nicht im Panel enthalten sind, können Sie uns eine Spezialanfrage senden. Wir prüfen, ob eine passende gezielte Untersuchung möglich ist.





